Sie lebe hoch

Bald ist es soweit, ich werde 20. zwanzig.

Und je näher der Geburtstag kommt, desto nachdenklicher werde ich. Ich meine, ich bin schon zwanzig lange Jahre auf dieser Welt und ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendeine Bedeutung gefunden hätte, irgendeinen Sinn hinter der glorreichen Welt. Zwanzig Jahre voller Krieg, Gewalt, Hass und Tod, und das sollen wohl einer der ruhigen Jahre der Weltgeschichte gewesen sein. Ich möchte das nicht, ich wünsche das keinem Lebewesen auf dieser Welt, in diesem Universum. Es gibt so viel Schmerz und Leid auf dieser Welt und es gibt nichts, was ich dagegen tun kann. Klar, ich kann in meinem Umfeld darauf achten, Hilfe anbieten, wenn sie von Nöten sein sollte, aber das war es auch schon. Ich kann nicht die Welt ändern, ich kann nicht der ganzen beschissenen Menschheit beibringen, dass Frieden, Empathie und Liebe besser sind als der ganze Rest. Ich kann ihr nicht beibringen, dass sie einander und die Welt so behandeln müssen, wie sie selbst behandelt werden wollen, dass Gier nach Macht nicht zwangsläufig dazu führt, sich gut zu fühlen, wohl aber zu Einsamkeit.

Meine Oma ist über Hundert geworden.

Sie hat den ersten Weltkrieg miterlebt, den Zweiten, den Kalten, die Mauer, mehrere Flüchtlingswellen, alle um sie herum sind gestorben, aber sie hat weiter existiert, weiter gelebt und hat über ein Jahrhundert mit ansehen müssen, wie kalt und schrecklich das alles war. Ist.

So lange ich lebe erinnere ich mich daran, dass sie sterben wollte. Sie wollte nicht mehr da sein, aber das Schicksal entschied, dass ihr der Wunsch noch lange verwehrt bleiben sollte.

Ich bin noch jung, will aber jetzt schon nicht mehr.

Und so geht viel zu vielen Menschen, Depression ist eine Volkskrankheit geworden.

Müssen wir nicht endlich einsehen, warum?

Na klar, die Gesellschaft baut sich selbst so großen Druck auf, dass wir brechen wie Zahnstocher. Immer wird mehr verlangt, wir werden ausgehöhlt bis nichts mehr von uns übrig bleibt als die klägliche Hülle, unsere Seele wurde längst zur Knechtschaft gebracht.

Aber ich bin mir sicher, dass es auch an den ganzen Schrecklichkeiten liegt, die wir immer und immer wieder zu Hören bekommen. Mord, Krieg, Hass- das muss uns doch kaputt machen.

Warum hören wir dann nicht endlich auf, uns physisch und psychisch, Stück für Stück, bis nichts mehr übrig bleibt, zu zerstören?

Wir brauchen das doch gar nicht. Es könnte so viel besser sein, wenn es nur jeder erkennen würde.

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