Alles Friede Freude Eierkuchen?

Ich habe einen Job.

Wahnsinn.

Ich wiederhole.

Ich habe einen Job.

Wahnsinn.

Es hat Ewigkeiten gedauert, die vielen Bewerbungsschreiben und Telefonate, anschließend die Gespräche… Ihr kennt das ja.

Nach den sich schier endlos anfühlenden Stunden, Tagen​, Wochen und Monaten der Therapie hatte ich mich endlich getraut und habe zu mir gesagt.

„Jetzt. Ja, jetzt suchst du dir Arbeit bis zur Ausbildung, in einer neuen Stadt.“

Ich habe meine Eltern und den trauten, abseits gelegenen Hof verlassen und bin in eine Großstadt gezogen, mit einem Arbeitsversprechen.

Altenpflegehelferin wollte ich machen. Ich habe dann auch eine Woche Probe gearbeitet, ohne Bezahlung. Und ich hatte seit langer Zeit wieder ein bisschen Hoffnung.

Hoffnung auf ein ganz normales Leben, ohne ständige Therapie, ohne Ärzte und ohne die Person zu sein, mit der man „besonders“ umgehen müsse, die nichts vertragen könne und auf die alle aufpassen müssten.

Und die Arbeit war auch etwas, was ich mochte. Ich kann gut mit Menschen umgehen, ich habe sehr viel Empathie, bin sehr tolerant und arbeite sorgfältig. Die Personen, die ich in der Zeit kennen lernte, fingen an mich zu mögen und wir schafften uns in der Zeit unseren eigenen Rhythmus.

Ich hatte auch eine schöne Wohnung gefunden, den Mietvertrag unterschrieben und wartete in den Startlöchern, wollte endlich ein normales Leben mit eigener Wohnung, eigenem verdienten Geld und Partner führen.

Aber dann kam die Spitze Nadel, die meinen so mühsam aufgeblasenen Luftballon zum Platzen brachte.

Der Arbeitgeber hatte sich zwei Tage vor Schichtanfang dich Unentschieden. Warum weiß ich nicht, die meinten nur zu mir, der Andere könne früher angeben, ganze zwei Tage früher als ich. Naja.

Und jetzt? Was sollte ich machen? Der Mietvertrag war unterschrieben, zurück treten ging nicht mehr. Das war die erste Hürde, die ich nehmen musste. Ich müsste so schnell wie möglich eine andere Arbeitsstelle finden, was gar nicht so leicht war. Ich finde auch wieder an, an mir selbst zu zweifeln, das ich nicht gut genug bin, das jetzt alles den Bach runter gehen würde.

Aber eine Bäckerei stellte mich zufälligerweise sofort ein und ich nahm erneut einen Berg in Augenschein, den ich in meiner Landschaft nehmen wollte. Es ging gut an. Die Mitarbeiter waren nett, dir Arbeit war nicht schlecht und es gab Kuchen. Ich meine… Es gab Kuchen.

Leider blieb der Weg nicht so leicht, wie er anfing.

Ich weiß nicht genau, was passierte, aber ich merkte auf ein Mal, dass meine Hauptkollegin mich nicht leiden konnte. Also so richtig nicht leiden konnte. Das war mit ehrlich gesagt bisher nur ein Mal passiert, wo ich es auch nicht verstanden hatte, wo auch gleichzeitig meine ganze damalige Welt zusammen brach. Noch heute habe ich daran zu knabbern und das Geschehene rüttelte das auch wieder wach.

Jedenfalls wollte ich mir dieses Mal nicht alles gefallen lassen und habe mich mündlich gegen die Sticheleien versucht zu wehren. Meine Psyche versuchte auch irgendwie, damit klar zu kommen, aber es ging nicht. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte und weiß es jetzt immer noch nicht. Ich hatte einen schlimmen Rückfall musste mich krank schreiben lassen.

Lange Rede kurzer Sinn.

Ich konnte mir nach einem knappen Monat wieder eine neue Arbeitsstelle suchen.

Sie hatte den Chef gesagt, dass ich unhöflich gegenüber Kunden war, wobei ich es eher umgekehrt dachte. Dass sie unhöflich wäre.

Naja…

Jetzt arbeite ich seit letztem Freitag bei einer anderen Bäckerei und bin richtig eingestellt worden. Sie ist anspruchsvoller, ich habe da mehr zutun, aber ich hoffe, dass ich bald die Aussicht von der Spitze des Berges aus genießen kann.

Es ist alles neu und noch ungewohnt für mich und ich habe Mal bessere und Mal schlechtere Tage.

Ich hoffe, es geht alles gut.

 

 

PS: das ist auch eine indirekte Entschuldigung, dass ich dir letzte Woche nichts veröffentlicht habe. Ich hoffe, dass sich das wieder ändern wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s