Kampfeslied

Das Schlachtfeld glich einem Orchester des Schmerzes.

Sein Herz bildete das Zentrum, die immer wiederkehrende , tiefe und rythmische Trommel des Lebens, während die Schreie, das Stöhnen seiner Gegner einen starken Kontrast bildeten. Das zischen der Schwerter, das reißen des Stoffes, wenn er einem Gegner den Bauch aufschlitzte und das Aufatmen der Seelen, die als Nebel in den Himmel stiegen.

Er verlor sich in der Musik des Todes, tanzte den Tanz aller Tänze, jenen, den er schon seit frühester Kindheit wie im Schlaf beherrschte und fühlte sich wie ein alter Schamane, der im Rauch des Feuers das Schicksal aller sah, die ihm heute begegneten. Das Schicksal der Dunkelheit, des Nichts war für seine Feinde unausweichlich.

Er fühlte sich wie ein Dirigent, der das Stück schon so oft spielte, dass er es auch ohne Instrumente hörte und es als sein Lebenswerk sah.

Der Höhepunkt des Stücks, das Lied der Klingen auf Klingen, das Lied der Klingen auf Rüstungen und das Lied der brechenden Knochen, erfüllte ihn mit unendlicher Ekstase. Der Wind an seinen Ohren, der eine Lobeshymne auf ihn sang, die grellen Farben, die wie ein buntes Feuerwerk vor ihm tanzten, während er für Andere das Feuerwerk für immer zum erlöschen brachte.

An all das dachte er, während er den sanften, glücklichen Seelen beim Walzer in die Ewigkeit zusah. Sie bildeten den Nebel am Morgen, der über die toten Körper der Frohen wandelte, die in letzter Nacht und noch an diesem frühen Morgen das Ziel des Lebens erreichten:

den Tod. Für immer Frei, für immer ohne Last.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s